TORWORT-Lesetipp: „Dem Fußball sein Zu Hause“

benbuchEs ist nicht lange her, da nannte er uns – die TORWORT-Macher – mit einem Augenzwinkern „ganz schöne Poser“. Lange haben wir uns in den Schlaf geweint und uns gefragt, womit wir das verdient hatten und dann kam es uns mächtig gewaltig. Ben Redelings kommt aus Bochum und die Jungs aus Bochum sind derzeit so was wie der FC Bayern der deutschen Fußballkultur. Redelings Veranstaltungsreihe SCUDETTO, seine Bücher sowie die Fußballprominenz anderer Bochumer wie Frank Goosen oder Christoph Biermann – all das macht die Jungs von der Castroper Straße quasi zu lebenden Legenden der deutschen Fußballunterhaltung. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht. Aber so war es immer: Subkulturen bilden sich dort, wo niemand sie erwartet – anders wäre ja auch bescheuert. Kurt Cobain aus Manhattan – wer will denn so was? Wie auch immer – was lag also näher für „Mister Ruhrgebietsfußball“ – wie die WAZ Ben Redelings unlängst nannte – auch ein Buch über den Fußball im Ruhrgebiet zu schreiben? War ja wohl mindestens überfällig. Gesagt, getan! „Dem Fußball sein zu Hause“ heißt es. Redelings knöpfte sich darin die geliebte Heimat vor – jene Region, die beim Tanz ums runde Leder so verrückt und nostalgisch ist wie keine andere. Dort, wo Stan Libuda Totoscheine annahm, wo Friedel Rausch komplette Playboy-Ausgaben aufkaufte und Peter Neururer Elefanten-Unterwäsche trug.
Ob das Spaß macht? Na, ist der Papst katholisch? In unterhaltsamen Kurzgeschichten erfahren wir alles, was es zu wissen gibt über den Fußball im Ruhrgebiet. Dazu gehören auch Geschichten, die etwas über die Grenzen Bottrops hinausgehen. Etwa dann, wenn es um den jungen Michael Rummenigge in Slippern und Tennissocken geht, der am Telefon einen Schlosser auf historische Weise zusammenfaltet. Und genau diese Geschichten sind das Schöne an Redelings Buch: Es sind die Geschichten, die man eigentlich selber kennt, weil man sie vor gefühlten Jahrhunderten erlebt hat, aber irgendwann in irgendeiner Gehirnwindung abgespeichert und damit verloren glaubte. Redelings reaktiviert diese Gehirnwindungen, wofür er mindestens eine Eherennadel verdient hat.
Redelings schafft mit „Dem Fußball sein zu Hause“ sein bisher bestes Buch. Das würde er selbst natürlich niemals sagen. Aber – hey – dafür hat er uns ja – uns alte Poser. Also, klare Empfehlung von uns: Den neuen Redelings kaufen! Er ist gut – derAutor und das Buch auch! Übrigens: Am 29. Oktober ist der Mann zu Gast bei TORWORT – ganz alleine. Das wird eine Gaudi!

Dem Fußball sein zu Hause – hier bestellen
WERKSTATT-Verlag,
9,90 Euro

Der Lesetipp wird präsentiert von TORWORT.

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