Neues Fußball-Buch: Das vergessene Fußballgenie

friedArthur Friedenreich – der Name klingt deutsch, ist er aber nicht. Denn dahinter verbirgt sich eines der größten brasilianischen Fußballgenies überhaupt. Der gute Mann hatte eine Torquote, die bestenfalls von Pelé oder von Lukas Podolskis Liechtenstein-Bilanz übertroffen wird. Leider wurden die Kabinettstückchen Friedenreichs nie von einer Kamera festgehalten. Wer 1914 sein erstes Länderspiel für Brasilien machte, ist auf das gute alte Buch angewiesen, damit seine Taten der Nachwelt erhalten bleiben. Der Werkstatt-Verlag hat sich dieser Sache nun angenommen.

Doch das Buch ist mehr als eine Aneinanderreihung von Sportereignissen. Der in Brasilien lebende Autor Martin Curi erzählt nicht nur Friedenreichs grandiose Karriere. Er schildert zugleich die Gründerjahre des brasilianischen Fußballs und den ausgeprägten Rassismus, dem sich Friedenreich und andere farbige Spieler damals ausgesetzt sahen.
Klar: Neben der gesellschaftlichen Analyse werden auch Friedenreichs fußballerische Glanztaten nicht vergessen: So erfindet der Junge ganz nebenbei den Effetschuss und darf sich so die Manni-Kaltz-Gedächtnis-Anstecknadel ans Revers heften. Außerdem hält er den internationalen Torrekord, den die FIFA mit 1.329 Treffern beziffert. Auch wenn Curi an dieser Zahl berechtigte Zweifel äußert – Friedenreichs Platz in der Hall of Fame des internationalen Fußballs wird mit dieser Biografie jedenfalls Rechnung getragen. Für Freunde des brasilianischen Fußballs und der Fußball-Historie allgemein ist der Schinken ein echtes Muss! 16,90 Euro und man hat das Stück in gebundener Form.

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