Lieblingstrikot Frankreich 1982 – Peter Schmitz (DJ Schnuphase)
Die Weltmeisterschaft 1982 ist die erste, die ich wirklich bewusst erlebe – von 1978 habe ich nur diesen weißen Regen aus Papierstreifen in Erinnerung, der von der hellblau-weißen Kurve auf das Spielfeld prasselte. Deutschland hat nach glanzlosen, schmachvollen und akzeptablen Vorstellungen das Halbfinale erreicht. Das Spiel beginnt, während ich mit meiner Familie in der Küche beim Abendbrot sitze. Littbarski schießt das 1:0, kurze Zeit später gleicht Frankreich durch Platini aus. Dann die Schumacher-Battiston-Situation. Hier der abseits stehende, Kaugummi-kauende Kölner Torwart, dort der leblos wirkende französische Abwehrmann, der auf einer Trage vom Spielfeld gebracht wird. Platini hält seine Hand und spricht ihm zu. In der Verlängerung scheint schon alles verloren, die Franzosen führen nach Toren von Trésor und Giresse mit 3:1, mein Vater geht schlafen. Read more
Lieblingstrikot – Ralf Friedrichs (Autor – “Neulich im Geißbockheim”)
Wenn ich mich recht entsinne, war das erste Trikot, welches in mir „etwas auslöste“, das Outfit meines Lieblingsvereins, des 1.FC Köln, aus der Saison 1971/1972. Es war im Sommer 1971, die Einschulung „drohte“ bereits, als ich erstmals die Saisonvorbereitungen der Spieler begutachten könnte. Mit einem Mannschaftsposter bewaffnet, gingen mein Bruder und ich im Geißbockheim auf die „Pirsch“, genauer gesagt, auf Autogrammjagd. Die Trikots der Spieler waren tief rot, die Arme und die Hose aber blütenweiß. Read more
FC, Weiß, 1977 – Arne Jens (Footage)
Mein Lieblingstrikot ist das weiße Trikot des 1.FC Köln aus dem Jahr 1977, denn zufälligerweise bin ich in diesem Jahr Fan dieses Vereins geworden und tatsächlich sah die FC-Elf auch nie wieder so schön aus wie damals. Nur Erbsenzähler würden behaupten, dass diese Dinge auch mit den damaligen Erfolgen des Vereins zusammen hängen könnten.
Das besagte Trikot war jedenfalls weiß, schneeweiß, keine Werbung, nur der Geißbock auf der Brust und drei rote Streifen an den Rändern. Bei dem damaligen Ausstatter wusste man wahrscheinlich noch nicht, wie man Lifestyle schreibt, und die ersten Pläne für Trikotwerbung steckten noch in den Holzschreibtisch-Schubladen von Pfeifen rauchenden Präsidenten. Read more
Lieblingstrikot – Stefan Barta (S04-Autor)
Eigentlich gehöre ich ja der Fan-Generation an, die keine Trikots getragen hat. Ich hatte meinen von meiner Mutter selbstgestrickten Schal, meine blau-weiße Strickmütze und meine Kutte. Trikots? Gibt es in meiner Erinnerung nicht.
Und auch als sie später immer häufiger in der Kurve auftauchten und die Kuttenträger langsam immer weniger wurden und immer mehr Trikots gekauft wurden, habe ich mir keines zugelegt. Zwar hatte ich schon eines mal zum Geburtstag geschenkt bekommen, aber selber einen dieser Werbeträger kaufen, wo ich der Kommerzialisierung des Fußballs doch eher kritisch gegenüber stehe, undenkbar. Read more
Lieblingstrikot – Ben Redelings (Scudetto-Macher)
Trikot, VfL Bochum, Saison 1984/85, Aufdruck: Polsterwelt
Mancher kann noch jedes einzelne Spiel seiner Kindheit mit allen Details herunter beten, als ob es erst gestern gewesen wäre. Ich jedoch erinnere mich vielleicht noch an drei, vier Spiele meines VfL Bochum in den Jahren von fünf bis zehn. Was allerdings auch nicht weiter verwundern sollte, habe ich im Abitur doch bereits erste Experimente mit Mitteln gegen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen (Tai Gingseng) unternommen. Was mir zwar nicht wirklich etwas genützt hat, aber wenigstens schon am frühen Morgen ein wohliges Gefühl im ganzen Körper verschaffte. Das Zeug hatte schließlich auch einen 20prozentigen Alkoholanteil. Read more
Lieblingstrikot – Axel Post – Schweizer TORWORT-Vater
Mein Lieblingstrikot ist unangefochten ein schwarzes Gladbachtrikot aus dem Jahr 1996. Es ist das erste schwarze Trikot, das ein europäischer Club nach der Liberalisierung des TFG (Trikotfarbengesetz) getragen hat. Die Premiere des Trikots fand im geschichtsträchtigen Highbury statt. Borussia trat damals im UEFA-Cup (ja, da durften wir mal mitspielen) gegen Arsenal an. Ich war dabei, und habe auf der Fahrt zum Training im Bus mit Heribert Fassbinder über Nick Hornby philosophiert. Er hatte das Buch dabei – es aber natürlich nicht gelesen. Dafür wusste er ganz genau, dass die Erdschicht unter dem Highbury-Rasen 45 cm dick ist. Read more


