Aktion Trikottausch

Das schlimmste Trikot, in dem ich während meiner eigenen eher mauen aktiven Fußballkarriere auflief, war das von Alemannia Straß. Das Schauspiel spielte sich in den Neunzigern in der Voreifel ab, war begleitet von viel zu vielen Bitburger Pils am Spielfeldrand und war auch wegen der unfassbar hässlichen Trikots wirklich unwürdig. Nur um mal einen kleinen indruck zu vermitteln: Der weiße Grundton wurde unterbrochen von hellblauen und dunkelblauen Puzzlestücken, die sich auf dem gesamten Trikot verirrten. Dazu kam ein roter weiter V-Ausschitt und ebenso rote Bündchen. Klar, auch später bei anderen unwichtigen Dorf-Vereinen sah ich nicht viel besser aus, wenn es auf den Platz ging – aber das Designverbrechen bei Alemannia Straß war nicht nur im Nachhinein die Krönung. Ich musste daran denken, als ich vor kurzem von einer netten Aktion der studentischen Kommunikationsagentur Goldene Zwanziger hörte, die von den Jungs und Mädels aus Jena gemeinsam mit ihrem Sponsor M*SHI durchgeführt wird. Mit der Aktion Trikottausch werden alle Vereine, die ähnlich wild und gefährlich auf ihre Aschenplätze laufen, wie wir damals in Straß, aufgerufen, Fotos von sich und diesen Trikots zu schießen und diese auf der Aktionsseite (hier klicken) zu veröffentlichen. Das schlimmste optische Verbrechen wird im Anschluss mit einem neuen, dann natürlich viel schöneren Trikotsatz entschädigt. Wir finden: gelungene und vor allem längst überfällige Aktion, wie die bereits hochgeladenen Bilder zeigen. Also – wer von Euch selbst kickt und sich Sonntags kaum noch auf den Platz traut, macht mit und setzt dem Wahnsinn ein Ende. Alle anderen können sich selbst an der Wahl beteiligen, indem sie abstimmen und damit entscheiden, wer sich zukünftig optisch verbessern darf.

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